ausgesiebt
14. Dezember 2018

Fachkräftemangel – selbst gemacht?

 Fachkräftemangel – selbst gemacht?

 In unseren Arbeitsbereichen hören und lesen wir immer wieder und immer öfter vom Problem des „Fachkräftemangels“. Auch in der freien Wirtschaft scheint dies ein Problem zu sein. Der Begriff impliziert zunächst einmal, dass es vor allem um einen Mangel an „Fach“-Kräften geht. Wenn man aber das „Fach“ einmal weg lässt, dann haben wir auch einen „Kräfte-Mangel“, der ebenfalls zunehmend problematisch wird.

 In diesem Zusammenhang lesen wir immer häufiger, dass es schwierig wird, sich am Markt zu behaupten, falls wir im Bereich der Kirche und der Caritas nicht dafür sorgen, dass die -und jetzt kommt es- Personalkosten gesenkt werden. Es geht also doch wieder ums liebe Geld.

 Personalkosten senken? Das gelingt nur durch Stellenabbau und/oder durch Absenkung der Gehälter. Beides hat es bereits gegeben und gibt es auch weiterhin.

Ganz besonders haben es die Dienstgeber offensichtlich auf die sog. „unteren Lohngruppen“ abgesehen. Dort soll - so die Anträge in der arbeitsrechtlichen Kommission - das Gehaltsniveau weiter gesenkt werden. Das würde allerdings dazu führen wird, dass die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ihrer Hände Arbeit nicht mehr leben können. Sie würden bald zu den sog. „Aufstockern“ zu gehören, die nicht auskommen, ohne zusätzlich Mittel aus den Sozialkassen zu beanspruchen, die aus Arbeitnehmer-Sozialabgaben bzw. Steuergeldern finanziert werden. Wer zahlt also dann die Zeche? Natürlich, wir alle.

 Unsere caritativen Betriebe sind ja inzwischen sehr häufig zu gemeinnützigen GmbHs umgewandelt worden. Dort gibt es dann auch Geschäftsführer/innen. Und gerade diese sind es, die über die ach so hohen Personalkosten jammern. Personal als Kostenfaktor!? Ist diesen Menschen eigentlich klar, was sie da von sich geben? In vielen Betrieben der freien Wirtschaft ist den Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern längst bewusst, dass das Personal das Kapital der Gesellschaft ist. Oder anders ausgedrückt: Ohne Personal keine Gesellschaft, und ohne Personal keine Geschäftsführung!

 Also: Personal aller Gesellschaften, vereinigt euch! Macht den Geschäftsführungen klar, was ihre Aufgaben sind und was eben nicht. Deren Aufgabe ist es nicht, zu jammern, es sei kein Geld da, und beim Personal müsse - es tut uns ja ach so leid - wieder mal gespart werden. Aufgabe ist es vielmehr, das Geld, welches zum Betrieb der Gesellschaft benötigt wird, heranzuschaffen.

 Liebe Geschäftsführer und -innen, macht euch auf den Weg, schließt euch zusammen und bietet endlich den Kostenträgern gemeinsam die Stirn! Vielfach übernehmen die kirchlichen Gesellschaften staatliche Aufgaben. Wie würde „der Staat“ (oder das Land bzw. die Kommune) denn da stehen, wenn wir mal diese Aufgaben zurückgeben müssen? Denkt mal darüber nach! Das empfiehlt jedenfalls

 

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