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22. September 2020

Einheitlicher Arbeitsschutz gegen das Coronavirus

Information des BMAS vom 16.04.2020

Sicherheit und Gesundheitsschutz haben oberste Prioritt, wenn es um Arbeit in Zeiten der Corona-Pandemie geht. Dem Arbeitsschutz kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat dazu gemeinsam mit dem Hauptgeschftsfhrer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Dr. Stefan Hussy, den Arbeitsschutzstandard COVID 19 vorgestellt.

Ein betrieblicher Infektionsschutzstandard, der die notwendigen zustzlichen Schutzmanahmen zum Schutz der Beschftigten vor SARS-CoV-2 beschreibt, soll den Menschen die notwendige Sicherheit geben, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Das setzt ein hinreichendes Vertrauen in Wirksamkeit und Reichweite der laufenden Manahmen der Pandemiebekmpfung voraus. Die Wirtschaft soll schrittweise und ohne weitere Rckschlge zur Vorkrisen-Leistung zurckkehren. Ein hohes Ma an Sicherheit und Gesundheit in der Arbeitswelt schafft dafr die Voraussetzung.

Die Bundesregierung empfiehlt daher einen neuen Arbeitsschutzstandard SARS-CoV-2 mit folgenden Eckpunkten:

  1. Arbeitsschutz gilt weiter – und muss bei einem schrittweisen Hochfahren der Wirtschaft zugleich um betriebliche Manahmen zum Infektionsschutz vor SARS-CoV-2 ergnzt werden!
    Wenn sich wieder mehr Personen im ffentlichen Raum bewegen, steigt das Infektionsrisiko – und damit das Risiko steigender Infektionszahlen und berlastung des Gesundheitswesens. Dazu ist ein hoher Arbeitsschutzstandard notwendig, der dynamisch an den Pandemieverlauf angepasst wird.
  2. Sozialpartnerschaft nutzen, Arbeitsschutzexperten einbinden, Angebot arbeitsmedizinischer Vorsorge ausweiten!
    Eine gelebte Sozialpartnerschaft in den Betrieben hilft gerade jetzt, die notwendigen Schutzmanahmen wirksam im betrieblichen Alltag zu verankern. Betriebsrzte und Fachkrfte fr Arbeitssicherheit beraten den Arbeitgeber bei der Umsetzung des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards und untersttzen bei der Unterweisung. Die Betriebe bieten ihren Beschftigten zustzliche freiwillige, ggf. telefonische, arbeitsmedizinische Vorsorge an.
  3. Der Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern wird universell auch bei der Arbeit eingehalten - in Gebuden, im Freien und in Fahrzeugen!
    In den Betrieben werden entsprechende Absperrungen, Markierungen oder Zugangsregelungen umgesetzt. Wo dies nicht mglich ist, werden wirksame Alternativen ergriffen.
  4. Ablufe werden so organisiert, dass die Beschftigten mglichst wenig direkten Kontakt zueinander haben!
    Schichtwechsel, Pausen oder Anwesenheiten im Bro werden durch geeignete organisatorische Manahmen entzerrt, Kontakte der Beschftigten untereinander werden im Rahmen der Schichtplangestaltung auf ein Minimum reduziert.
  5. Niemals krank zur Arbeit!
    Personen mit erkennbaren Symptomen (auch leichtes Fieber, Erkltungsanzeichen, Atemnot) verlassen den Arbeitsplatz bzw. bleiben zu Hause, bis der Verdacht rztlicherseits aufgeklrt ist. Hier sind auch die Beschftigten gefragt, ihre gesundheitliche Situation vor Arbeitsbeginn zu prfen, um ihre Kolleginnen und Kollegen nicht in Gefahr zu bringen.
  6. Zustzlichen Schutz bei unvermeidlichem direkten Kontakt sicherstellen!
    Wo Trennung durch Schutzscheiben nicht mglich ist, werden vom Arbeitgeber Nase-Mund-Bedeckungen fr die Beschftigten und alle Personen mit Zugang dessen Rumlichkeiten (wie Kunden, Dienstleister) zur Verfgung gestellt.
  7. Zustzliche Hygienemanahmen treffen!
    Waschgelegenheiten bzw. Desinfektionsspender werden vom Arbeitgeber bereitgestellt, um die erforderliche hufige Handhygiene am Ein-/Ausgang und in der Nhe der Arbeitspltze zu ermglichen. Kurze Reinigungsintervalle fr gemeinsam genutzte Rumlichkeiten, Firmenfahrzeuge, Arbeitsmittel und sonstige Kontaktflchen verbessern den Infektionsschutz weiter. Auf die verbindliche Einhaltung einer "Nies-/Hustetikette" bei der Arbeit wird besonders geachtet!
  8. Arbeitsmedizinische Vorsorge nutzen; Risikogruppen besonders schtzen!
    Viele bangen um ihre Gesundheit. Arbeitsmedizinische Vorsorge beim Betriebsarzt ermglicht individuelle Beratung zu arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren. Auch Vorerkrankungen und ngste knnen hier besprochen werden. Wird dem Arbeitgeber bekannt, dass eine Person einer Risikogruppe angehrt, ergreift er die erforderlichen individuellen Schutzmanahmen.
  9. Betriebliche Beitrge zur Pandemievorsorge sicherstellen!
    Um schnell auf erkannte Infektionen reagieren zu knnen, erarbeiten Arbeitgeber betriebliche Routinen zur Pandemievorsorge und kooperieren mit den rtlichen Gesundheitsbehrden, um weitere mglicherweise infizierte Personen zu identifizieren, zu informieren und ggf. auch isolieren zu knnen. Beschftigte werden angehalten, sich bei Infektionsverdacht an einen festen Ansprechpartner im Betrieb zu wenden.
  10. Aktive Kommunikation rund um den Grundsatz "Gesundheit geht vor!"
    Der Arbeitgeber untersttzt aktiv seine Beschftigten. Fhrungskrfte stellen vor Ort klar, dass Sicherheit und Gesundheit der Beschftigten Prioritt haben. Alle zustzlichen betrieblichen Infektionsschutzmanahmen und Hinweise werden verstndlich erklrt und ggf. erprobt und eingebt.

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Infopapier SARS-CoV-2-Arbeitsschutz

 
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